19. Dezember 2015

Biberspuren erkennen

Leider kann man den Biber selbst nur selten beobachten. Aber durch die verschiedensten Spuren lässt sich seine Anwesenheit einfach feststellen – wobei es viele verschiedene Spuren gibt. Hier finden sie eine Auswahl an Spuren, die man bei einem Spaziergang leicht erkennen kann. Natürlich würden wir uns auch freuen, wenn Sie Ihre Beobachtungen über unsere Homepage melden.

Bildunterschrift

© Bibermanagement

Bildunterschrift

© Bibermanagement

Nagespuren

Nagespuren kann man überall in einem Biberrevier finden. Reviersuchende Biber auf der Wanderschaft können aber auch weit weg von den nächsten Bibervorkommen einzelne Spuren hinterlassen. Hier sind sie dann meist auch nicht so offensichtlich.

Die Schnittstelle ist immer in einem Winkel von rund 45 Grad und unterscheidet sich somit von weitem von vom Menschen geschnittenen Trieben, die rechtwinklig zur Wachstumsrichtung verlaufen. Gut zu sehen sind auch die Zahnspuren.

Nagespuren, die älter als ein Jahr sind verfärben sich meist gräulich. Frische Nagespuren sind immer hell und je nach Holzart weiss, gelb oder orange. Sie fallen einem schon von weitem auf.

Fällplatz

Biber fällen Bäume nicht wahllos hier und da. Finden sie im Revier eine lohnende Nahrungsquelle, fällen sie meist mehrere Bäume an derselben Stelle. Man spricht dann von Fällplätzen. Nicht immer fällen Biber Bäume aber nur um die Rinde zu fressen. Gibt es nur wenig geeignete Nahrungsbäume für Biber können sie auch zu anderen Mitteln greifen: sie fällen ganze Bestände um mehr Licht auf den Boden zu bringen. Dadurch wird das Wachstum der Krautschicht angeregt, die wiederum als Nahrung im Sommer dient.

Bildunterschrift

© Bibermanagement

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© Christoph Angst

Fraßplatz

Wenn ein Baum gefällt ist, wird er an Ort und Stelle in Einzelteile zerlegt, bis am Ende nur noch der nackte Stamm da liegt. Ist dieser nicht zu groß, wird auch er in Einzelteile zerlegt und abtransportiert.

Die Äste werden dann an einen sicheren Ort – oft eine kleine seichte Bucht am Ufer – transportiert um die Rinde zu fressen. Zurück bleiben die abgenagten «Biberstecken». Diese Plätze nennt man Fraßplatz.

 

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Ausstieg und Wechsel

Biber entfernen sich nur ungern weit von Gewässern. Der Schutz des Wassers geht über alles. Deshalb gehen sie auch selten weite Strecken parallel zum Ufer über Land. Will ein Biber weiter Gewässer auf- oder abwärts am Ufer fressen, geht er zurück ins Wasser und steigt an der bevorzugten Stelle wieder aus. Diese Stellen werden immer wieder benutzt, um das Wasser zu verlassen. Dabei entstehen mit der Zeit vegetationslose Stellen, über Jahre sogar tiefe Gräben, sogenannte Ausstiege oder Schlipfen. Um z.B. von einem Teich in den nahen Bach zu gelangen nehmen Biber immer dieselben Wege. Mit der Zeit gibt es tiefe Gräben, sogenannte Biberpfade oder Wechsel.

Biberdamm

Ist ein Gewässer zu seicht bauen Biber meistens einen Damm. Dies aus verschiedenen Gründen: Damit lösen sie gleich verschiedene Probleme:

Der Lebensraum wird durch die größere Wasserfläche ausgedehnt.
Sich regelmäßig ändernde Wasserstände werden durch Dämme ausgeglichen.
Holz kann
problemlos über Wasser transportiert werden.
Damit die
Eingänge zu den Bauten immer unter Wasser sind, benötigen die Biber eine Wassertiefe von ca.
1/2 Meter.

Wintervorrat

In Gewässern, die im Winter zufrieren, legen Biber gerne Wintervorräte an. Diese liegen direkt vor dem Eingang des Hauptbaus. Sie können mehrere Kubikmeter Gehölze ausmachen. Die Biber rammen die Äste in den Boden, damit sie nicht weggetrieben werden. Gefriert das Gewässer im Winter zu leben die Biber nur noch in der Burg und holen sich von Zeit zu Zeit unter Wasser einen Ast in den Bau um die Rinde zu fressen.

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© Christoph Angst

Mittelbau

Ist das Ufer zu flach, kann die Decke des Erdbaus einstürzen. Die Biber reparieren das Loch dann mit Ästen und Schlamm. Dabei können sie beachtliche Asthaufen auftürmen. Man spricht dann von einem Mittelbau.

 

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© Christoph Angst

Trittsiegel/Spur

Trittsiegel und Spuren von Bibern sind mit keiner anderen Tierart verwechselbar. Die Hinterpfotenabdrücke sind von der Größe einer menschlichen Hand. Die Vorderpfoten sind wie menschliche Hände, mit langen, kräftigen Fingern.